Baustoffe zur Wärmedämmung
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Geprüfte Baustoffe sind sichere Baustoffe

Die meisten Baumaterialien sind nach Fertigstellung nicht sichtbar, dennoch haben sie großen Einfluss auf die Qualität und die Nutzung eines Gebäudes. Neben mechanischen und bauphysikalischen Ansprüchen müssen sie Schadstoff-Richtlinien erfüllen, um Mensch und Umwelt zu schützen.

Beim Bau einer Immobilie wird eine Vielzahl von Produkten zum Dämmen, Abdichten, Spachteln, Anstreichen und Kleben verwendet. Schwermetalle, Biozide, Weichmacher, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und flüchtige organische Verbindungen sind dabei die am häufigsten freigesetzten Schadstoffe und Emissionen. Die Musterbauordnung schreibt vor, dass durch Bau und Instandhaltung einer Immobilie, die Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen nicht gefährdet werden dürfen. Um dies zu gewährleisten, müssen sich Baustoffe einer Leistungsprüfung unterziehen. Die konkreten Richtlinien sind jeweils in den Bauordnungen der Bundesländer festgeschrieben. Produkte, die unter die Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV) oder die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) fallen, dürfen generell nicht verwendet werden.

Baustoffe aus dem Ausland sind aufgrund mangelnder vergleichbarer Vorschriften schwer zu bewerten. In der Europäischen Union schafft die Bauproduktenverordnung (EG) Nr. 305/2011 länderübergreifende Anforderungen und erleichtert den Handel. Die CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 sowie die REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 fördern daneben die einheitliche Beurteilung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen, um Schadstoffe leichter zu identifizieren.

In Deutschland stellt zudem die Energieeinsparverordnung (EnEV) seit Mai 2014 besondere Anforderungen an die Abdichtungen von Gebäudehüllen, um Wärmebrücken zu verhindern und Energie zu sparen. Die Effizienz darf jedoch nicht zu Lasten der Sicherheit und Umwelt gehen. Dämmstoffe müssen beispielsweise über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie hinweg umweltfreundlich hergestellt, verarbeitet und entsorgt werden können. So werden gesundheitliche Schäden durch Emissionen in Innenräumen verhindert. Die Prüfung und Zertifizierung von Baustoffen dient demnach nicht nur dazu, die bauliche Qualität und Sicherheit zu kontrollieren.

Bei den meisten Schadstoffen ist mit langfristigen gesundheitlichen Konsequenzen zu rechen. Beispielsweise beeinflussen Weichmacher den Hormonhaushalt während flüchtige organische Verbindungen eher unspezifische Symptome hervorrufen. Daher sollte der Fokus darauf liegen, Gesundheitsrisiken in Immobilien zu vermeiden, um dauerhaft eine hohe Lebensqualität zu gewährleisten.

Weitergehende Informationen zur Prüfung und Zertifizierungen von Baustoffen und Bauprodukten finden Sie bei Interesse hier.

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